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Befragung Chefbuchhalter 2
Richterliche Befragung des ehemaligen Chefbuchhalters von Erffa
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Kurzer Überblick über einige Stunden im heutigen Wirecard Gerichtstermin. Es wurde erneut und weiterhin der ehemalige Chefbuchhalter von Erffa zu dessen Statements von vor der Sommerpause befragt. 🧵

Der Richter befragt von Erffa zunächst weiter bezüglich der Händler des Drittpartnergeschäfts.

Wieso diese eine rechtliche, sogenannte "Opt-Out" Vereinbarung unterzeichneten mit Wirecard, dass sei doch auffällig und würde trotz vielfacher gegenteiliger Zeugenaussagen nach Ansicht des Richters auf eine "eindeutige Nichtexistenz" des TPA-Geschäfts hinweisen.
Der Richter wirft diesbezüglich eine solche rechtliche Wirecard "Opt-Out" Vereinbarungen mit den TPA Senjo auf den Gerichtsprojektor, scrollt kurz zu weiteren solchen Dokumenten und will von von Erffa ernsthaft wissen, wieso solche Vereinbarungen aufgesetzt wurden.
Von Erffa erklärt dem Wirecard Richter mehrfach in sich wiederholenden, mit Druck auf von Erffa gerichteten Nachfragen des Richters, dass er nicht als rechtlicher Beistand tätig war, sondern als Chefbuchhalter.

Dies wird mehr oder weniger durch sich wiederholende, längere Eruierungen und anhaltende Nachfragen des Richters ignoriert, damit die anwesende Öffentlichkeit die Antworten von von Erffa übergeht und die Vorstellungen des Richters gelten.
Von Erffa erläutert, dass für diese sehr komplexen rechtlichen Wirecard Sachverhalte auch mit Bezug zu den sog. "Opt-Out" Vereinbarungen extra Frau LaCruz eingestellt wurde, die sich um das Thema kümmerte. Frau LaCruz wurde Anfang Mai 2024 befragt:

👉 sun24.press/de/la-vie-en-wirecard...
Am Wirecard Richter gehen diese Erläuterungen weitestgehend vorbei. Auffällig aggressiv und länger nachfragend übergeht er permanent die korrekten und wichtigen Darlegungen von von Erffa z.B. zum Thema rechtlichen "Opt-Out-Vereinbarungen
Weiter befragt der Wirecard Richter danach den ehemaligen Chefbuchhalter bezüglich der Treuhandkonten, will zunächst von von Erffa wissen, wozu es diese eigentlich genau gab.

Von Erffa erläutert hier zunächst, dass die Idee dazu wohl ursprünglich von EY vorgetragen wurde. Der Richter hakt nach und will von von Erffa wissen, wozu diese denn nun eigentlich da waren.
Von Erffa versteht nun und erläutert aus buchhalterischer Sicht wie es eigentlich bisher keiner im Gericht vorgetragen hatte, wie zwei Finanzindikatoren gegeneinander gewichtet wurden und wie die eine zu einer erhöhten Risikobewertung der angebundenen Händler hätte führen können, gegen die man sich bei Forderungen auf Treuhandkonten absichern wollte.
Nachdem diese Fragen mehr oder weniger ins Leere liefen, kontert der Wirecard Richter nun damit, dass er für die anwesende Öffentlichkeit im Saal von Erffa weiter u.A. dadurch degradiert, dass er ins Mikrofon posaunt, dass, Zitat, "die Händler-Konten keine Fremdkonten waren, die waren ja beim Treuhänder".
Der Wirecard Richter attackiert von Erffa weiter und zieht nun den Vergleich mit einem Mietkautions-Treuhandkonto heran, kritisiert, dass Händler das Geld von den Treuhandkonten "hätten jederzeit abheben können".

Von Erffa erläutert, dass er dafür nicht verantwortlich war; weiter dass diese Sachverhalte in 2018 geändert wurden, er solche Sachverhalte ebenso selbst in etlichen Meetings anmahnte.
Der Wirecard Richter bleibt weiter erbost, hält von Erffa sichtlich für einen Idioten damit die Öffentlichkeit im Saal dies so schluckt, und reitet weiter auf den Treuhandkonten herum, für deren Anordnung von Erffa nicht verantwortlich war; hält es für "unmöglich", dass Gelder einfach so abgehoben werden konnten.
Von Erffa teilt mit mehr Nachdruck mit, dass der Vergleich mit Mietkautions-Treuhandkonten nicht gelte, schließlich sei es nicht möglich gewesen, Gelder beim Wirecard Treuhänder einfach so abzuheben.

Bestätigt durch Zeugin LaCruz von 05/2024:

👉 sun24.press/de/la-vie-en-wirecard...
Von Erffa erwähnt nun, nachdem er stundenlang durch Richterfragen ignoriert und degradiert wurde, dass man "hinterher sicher immer schlauer sei".

Man habe niemals auch nur annähernd ernsthaft in seinem Umfeld vermutet, dass das Wirecard Treuhandgeschäft "irgendwie durch eine betrügerische Bande ausgeführt wurde
Als Beleg dafür führt Wirecard s von Erffa nun an, dass z.B. selbst die "sehr kritische Staatsanwaltschaft München", die gegenüber von Erffa mit zwei Schlüssel-Vertretern anwesend ist, selbst im Januar 2020 noch bei einem Treffen mit Vertretern des Finanzamts München, die die Staatsanwälte über vermuteten Bilanzbetrug und Geldwäsche unterrichteten, weiter inaktiv blieben.
Der Wirecard Richter unterbricht von Erffa, noch bevor er diesen Punkt weiter eruieren kann, teilt ins Mikrofon laut und im bayerischen Narrativkontrollwahn aggressiv mit, dass er "hier jetzt nicht gefragt habe, warum von Erffa sich für unschuldig halte
Es gab eine ähnliche Situation zuvor, als von Erffa über die Konkurrenz von EY und KPMG berichtete und dass Wirecard AR-Vorsitzender Thomas Eichelmann als einziger mit einigen wenigen Schlüssel-KPMG-Vertretern zusammen sehr wichtige Sachverhalte bezüglich der Drittpartner und den Treuhandkonten von anderen isoliert besprach.

Auch hier wurde von Erffa durch den Richter sofort unterbrochen und die Befragung geschickt umdirigiert.
Nach diesen wenigen, unerträglichen Stunden im heutigen Wirecard Gerichtsaal habe ich kurz vor der Mittagspause den Saal im Protest verlassen.

Was hier passiert, ist meiner persönlichen Ansicht nach an demagogischer Überheblichkeit nicht mehr zu überbieten.

Problem ist, dass sich der überwiegende Teil der anwesenden Öffentlichkeit im Gerichtsaal durch eine typisch deutsche, pathologische Autoritätsklammer und -angst vor einer richterlichen Instanz psychologisch vereinnahmen lässt, die darauf abzielt, von Erffa zu 6-8 Jahren Haft zu verurteilen und die Öffentlichkeit dies als "gerechtes Urteil" hinnimmt.
Noch ein Nachtrag bezüglich einer Rechnungsübersicht von Drittpartner-Händlern, die der Wirecard Richter auf den Projektor warf.

Diese wurde von Bellenhaus bereitgestellt und betraf eine vorherige Telefonkonversation, die von Erffa und OB hatten.

Von Erffa forderte im Telefonat eine Erklärung von TPA-Gesamtsummen, diese wurde durch OB zuvor lediglich mündlich übermittelt.
Die Summen der Wirecard TPA-Händler wurden in einer recht detaillierten Übersicht an von Erffa noch während des Telefonats per Email durch OB zugeschickt.

Von Erffa antwortet auf diese TPA-Gesamtsummen-Übersicht mit "Confirmed", was der Richter ihm sofort als rechtswidrigen Betrug unterstellen will, da von Erffa diese nicht genau geprüft habe.
Von Erffa erläutert nun aber, dass sich sein "Confirmed" nicht auf die Korrektheit der gesamten Übersicht der Wirecard Händlerdarlegungen beziehe, sondern eben auf das im zum exakt selben Zeitpunkt geführten Telefonat mit Oliver Bellenhaus, in dem es explizit um eine unten in der Übersicht aufgeführte Gesamtsumme gehandelt habe, die nach zuvoriger mündlicher Übermittelung durch OB nun schriftlich übermittel bestätigt werden konnte durch von Erffa.
Der Wirecard Richter wechselt auch nach dieser Klatsche die Argumentation und wirft von Erffa nun vor, widersprüchliche Aussagen gemacht zu haben, da er in seiner Einlassung vor einigen Wochen angab, keinen Zugriff auf TPA-Händlerrechnungen gehabt zu haben, dies sei ihm nicht erlaubt gewesen, hier sei ihm aber eine eindeutig von Oliver Bellenhaus ja präsentiert worden.
Von Erffa erläutert noch einmal, was er zuvor genau angab, nämlich dass es ihm generell verwehrt war, Händler insbesondere im Ausland direkt zu kontaktieren um dort Rechnungen anzufordern. Seine Wirecard Abteilung befasste sich mit "dem was bereits war, und berichtete oder ordnete diese bereits erfolgten Sachverhalte".

Die durch Bellenhaus übermittelte Rechnungsübersicht während des Telefonats sei zudem mehr oder weniger eine einzige Ausnahme gewesen.








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Dieser Artikel wurde vollständig verfasst und geschrieben von Martin Dorsch, akkreditierter, unabhängiger, investigativer Journalist aus Europa. Er arbeitet nicht für ein Unternehmen oder eine Organisation, das/die von diesem Artikel profitieren würde, er berät solche nicht, besitzt keine Anteile an diesen und erhält bis dato auch keine finanziellen Mittel von solchen.


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