Diese Woche wurden sehr wichtige Sachverhalte um die nie wirklich gekündigte Kreditlinie der Commerzbank für Wirecard im Gericht besprochen, welche Auswirkungen bis zum Berliner U-Ausschuss haben und detaillierter beleuchtet werden müssen.
Massenmedialer Totalausfall. 🧵

Nachdem die Commerzbank im Februar 2019 die ersten Geldwäsche-Transaktionen bei Wirecard in Singapur entdeckten, wurden von Coba Compliance eine Reihe von Meldungen an Staatsanwaltschaften, die BaFin und auch an die Geldwäsche-Einheit des 🇩🇪 Zolls, die FIU gemacht.

Eine Fraud-Spezialistin der Commerzbank teilte diese Woche im Gericht mit, dass am 20.2.2019 ein Bericht angefertigt wurde über zunächst 344 Geldwäsche-Transaktionen ausschließlich bei Wirecard in Singapur(!). Dieser wurde am 3.4.2019 dem Commerzbank-Vorstand präsentiert.

Wann genau diese ersten 344 Geldwäsche-Transaktionen aus WDI in Singapur der Financial Intelligence Unit FIU des 🇩🇪 Zolls von Seiten der Commerzbank überbracht wurden, hat der Wirecard Richter nicht genau nachgefragt. Mehr dazu gleich.
sun24.press/de/geldwaesche ...
Um die genauen Geldwäsche-Meldungen der Commerzbank an die FIU des Zolls zu beleuchten, muss man etwa 3 Jahre zurück gehen.
Am 8. Juni 2021 wurde der Leiter der FIU, Christof Schulte, im Wirecard Ausschuss vernommen.
Hier der Bundestags-Bericht:
bundestag.de/dokumente/text ...
Der Leiter der FIU erklärte am 8.6.2021 im Wirecard U-Ausschuss, man habe die 344 Geldwäsche-Mitteilungen - wenn sie denn überbracht wurden - anders als die Commerzbank damals bewertet und zunächst nur "zwei Meldungen weitergereicht" an Strafverfolger und(!) das LKA Bayern

Begründet wurde dies vom Leiter der FIU in 2021 im Wirecard U-Auschuss damit, dass "es sich um keinen in 🇩🇪 strafrechtlich relevanten Sachverhalt" handelte.
Dies ist nun diese Woche durchaus bestätigt worden durch Aussagen der Coba Zeugin im Gericht.

Die FIU selbst ist keine Strafverfolgungsbehörde, sondern leitet diese "nur" weiter an genau diese.
Ein Artikel des Manager-Magazins von 2020 erklärt, man habe bereits in 2019 relevante GW-Meldungen der Commerzbank an das LKA Bayern weitergegeben !
manager-magazin.de/politik/deutsc ...
Weiter habe man auch von Seiten der FIU die BaFin informiert. Derweil waren so einige auch im Berliner Wirecard U-Ausschuss damit beschäftigt, jegliche Schuld der FIU anzulasten, um so insbesondere das LKA Bayern und wohl auch das BKA bewusst aus Verantwortung zu nehmen.

Die Umstände um Commerzbank, FIU, BaFin und Wirecard sind bis heute nicht geklärt und gelöst.
Hintergrund wird sein, dass steuerfinanzierte Staatsbedienstete alles nur Erdenkliche weiter tun, um ihre Organe aus der Haftung zu nehmen.
Dies mit Hilfe der Massenmedien.
Insbesondere die Verhaltensweisen vieler massenmedialer Unternehmen und deren Verknotungen mit Staatsbediensteten sollten auch im Wirecard Skandal untersucht werden.
Ich empfehle seit einigen Wochen schon, bei ganz krassen Fällen diesbezüglich Strafanzeigen zu stellen.
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Dieser Artikel wurde vollständig verfasst und geschrieben von Martin Dorsch, akkreditierter, unabhängiger, investigativer Journalist aus Europa. Er arbeitet nicht für ein Unternehmen oder eine Organisation, das/die von diesem Artikel profitieren würde, er berät solche nicht, besitzt keine Anteile an diesen und erhält bis dato auch keine finanziellen Mittel von solchen.