Heute wieder ein #Wirecard Gerichtstermin im zentralen Justizzentrum nahe des Münchener Löwenbräukellers.
Dr. Braun steckt im Stau von Stadelheim kommend, weshalb die Befragung von Wirtschaftprofessor Heuser seit derzeit 40 Minuten pausiert ist.

Wirtschaftsprofessor Heuser las heute weiter aus seinem Wirecard Gutachten vor.
Ein zweiter Teil dieses Gutachtens soll so ab nach Ostern zur Verfügung stehen.
Heute wurden insbesondere Wirecard Nordamerika, Australien und die Tochtergesellschaft in Manila betrachtet.
Zunächst wurde die Wirecard Card Solutions (WCS) in UK über das Gutachten des Sachverständigen betrachtet.
Professor Heuser erklärt, dass WCS ein, Zitat, "gesundes Unternehmen war", das Unternehmen konnte Umsätze von 2014 bis 2017 deutlich steigern, die Ertragslage wurde unter Betrachtung des Länderrisikos UK als ausgesprochen gut befunden.
Keine "Luftbude".
Weiter ging es mit Wirecard EM in den Philippinen.
Da das Unternehmen selbst ein relativ neugegründetes Unternehmen war, sowie aufgrund eines CitiBank Acquiring Geschäfts wurde es als kein nachhaltiges Unternehmen bewertet, man nahm weitgehend die Daten der dortigen Wirtschaftsprüfer, in 2017 und 2018 gab es negative Fehlbeträge.
Danach wurde die türkische #Wirecard Niederlassung mit Sitz in Istanbul WDÖ betrachtet.
Das Unternehmen konnte Umsätze ab 2014 zunächst verdoppeln, dann sogart versechsfachen. Es wurden Jahresüberschüsse von über 1 Million Euro hier erwirtschaftet. WDÖ hatte auch eine hohe Eigenkaptialquote um die 40%, es war kapitalstark und wurde als ein sehr erfolgreiches Unternehmen durch den Sachverständigen bewertet.
Definitiv keine "Luftbude".
Kurz wurde auch die indische GI Technology betrachtet, die von #Wirecard im Rahmen des Projekt Ring übernommen wurde.
Hier wurde ein Unternehmenswert von 12,6 Millionen Euro vom Sachverständigen angegeben.
Nicht unbedingt eine "Luftbude".
Schließlich kam #Wirecard Nordamerika an die Reihe.
Nach dem Einstieg der Wirecard AG mit der Übernahme des CitiGroup Card Payments Portfolios in 2016 hatte man dort ein, Zitat, "renommiertes Kundenportfolio".
Man hatte 100+ Mitarbeiter an 22 Standorten dort, eine globale Marktpräsenz mit Kerngeschäft in Nordamerika und bot über 2500 Kartenprogramme für große US-Unternehmen, darunter große Telcos, und aus dem Pharma, IT, Internet, Corporate Bereich an.
Der Geschäftswert wurde mit 92 Millionen Euro bewertet, der Kundenstamm nochmals mit 106 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse lagen zuletzt bei 115 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lagen bei 80%.
Der Sachverständige befand #Wirecard Nordamerika als ein "sehr erfolgreiches Unternehmen", der Ertragswert für Insolvenzbelange lag zum Stichtag 15.6.2018 bei 446 Millionen Euro.
Definitiv auch keine "Luftbude".
#Wirecard Australia hatte ebenso ein CitiBank Geschäft übernommen. Dort waren Erträge niedrig, man hatte etliche Verbindlichkeiten gegenüber verschiedenen anderen Wirecard-Unternehmen.
Daten aus dem Reporting stimmten nicht mit der Buchhaltung überein, es gab trotz steigender Umsatzerlöse zuletzt bei 11 Millionen Euro aufgrund von Materialkosten aber Fehlbeträge um die 2,7 Millionen Euro.
Der Ertragswert lag zum Stichtag 15.6.2018 trotz allem immerhin noch bei ca. 500.000,00 Euro.
Auch nicht unbedingt eine "Luftbude".
#Wirecard Hong Kong wurde vom Sachverständigen als ein Unternehmen beweretet, welches operativ nie wirklich tätig gewesen ist und zuvor neu gegründet wurde.
Trotz negativer Zahlen wurde ein Ertragswert für Insolvenz-Belange von immerhin noch 4,5 Millionen Euro angegeben.
Auch nicht wirklich eine "Luftbude".
Schreibe einen Kommentar:
Senden
Dieser Artikel wurde vollständig verfasst und geschrieben von Martin Dorsch, akkreditierter, unabhängiger, investigativer Journalist aus Europa. Er arbeitet nicht für ein Unternehmen oder eine Organisation, das/die von diesem Artikel profitieren würde, er berät solche nicht, besitzt keine Anteile an diesen und erhält bis dato auch keine finanziellen Mittel von solchen.