Heute wurde im Wirecard Gerichtsaal Monika Brandes, Geschäftsführerin von WebInc. vernommen.

Die Vernehmung von Zeugin Brandes endete heute eher ungewöhnlicher Weise bereits nach wenigen Stunden um die Mittagszeit.
Herauszuheben ist, dass endlich einige der weitestgehend von den Massenmedien ignorierten IT-Details von Zahlungstransaktionen besprochen wurden.
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Besprochen wurden viele Händler, mit denen Wirecard agierte. Zeugin Brandes von Webinc GmbH & Co KG, einem elektronischen Zahlungsanbieter aus Berlin, wurde vielfach befragt, ob sie diesen oder jenen Händler kennen würde.
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Wirecard s ehemaliger CEO Dr. Braun fragte die Zeugin zum Ende hin, für wieviel sie Aktien von Webinc gekauft hätte. Sie antwortete "für 60.000 Euro". Wer sie auf die Idee gebracht hätte, die Aktien für sich zu kaufen, fragte Braun weiter. "Ich war das", anwortete sie.
Es wurde gefragt, wieviel Umsatz sie bei Webinc mit 10-14 Mitarbeitern machte. Nach kurzem Stöbern in ihren Dokumenten teilte sie mit "in 2015, 5,2 Millionen, in 2017, 11 Millionen".
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Es wird von Dr. Brauns Verteidigung eine längere Wirecard Händlerliste aufgeworfen, die als 'White-Label-Solution' über One-Stop-Money-Manager abgewickelt wurden, in der Summe 2,6 Milliarden Euro (!) Umsatz in 2018.
Für sie seien das "utopische Umsätze, zu hoch".
Ob sie wisse, wie One-Stop-Money-Manager an Händler angekoppelt wurde und Transaktionen abwickelte, wurde sie befragt.
"Nein, weiss ich nicht", antwortete Wirecard-Zeugin Monika Brandes.
Sie wird mit einem Händler mit Namen 'Scarto Services' konfrontiert, dieser habe laut Liste von Dr. Brauns Verteidigung einen Umsatz von ca. 100 Millionen Euro erzielt in 2018.
"Das scheint mir viel zu hoch", antwortete die Wirecard Zeugin.
Ob sie die Zugriff auf alle One-Stop-Money-Manager Volumen hatte, das OSM System zeige nur eine Untermenge ?
"Nein, hatte ich nicht", antwortet die Zeugin.
Ob eine Kommunikation zwischen einzelnen Händlern und der Wirecard-Bank gab, wurde sie befragt. "Nein, nie eine Kommunikation".
Auf Nachfrage, ob die Bank einzelne Kunden überprüfen musste vor Auszahlung: "Doch ja, natürlich, Bank überprüfte Händler".
Oliver Bellenhaus stellte einige Fragen, wurde vom Richter ermahnt, keine Suggestivfragen zu stellen.
Er fragte die Zeugin uA an, ob sie Test-XML-Requests kennen würde, um daraus abzuleiten, dass diese API-Anfragen zu Testzwecken keinerlei anders als echte seien.
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Zeugin Brandes wird zum Schluss gefragt, wie lange typische Auszahlungszeiträume (Cutoffs) waren. Sie antwortet: "normalerweise 14 Tage".
Provision wurde zumeist einmal monatlich gezahlt.
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Dieser Artikel wurde vollständig verfasst und geschrieben von Martin Dorsch, akkreditierter, unabhängiger, investigativer Journalist aus Europa. Er arbeitet nicht für ein Unternehmen oder eine Organisation, das/die von diesem Artikel profitieren würde, er berät solche nicht, besitzt keine Anteile an diesen und erhält bis dato auch keine finanziellen Mittel von solchen.